12. Juli 2022

Unsere Hunde sind keine Ware...

Du hast im Moment der Adoption die Verantwortung für Deinen Hund übernommen und ihm insgeheim das Versprechen gegeben die Verantwortung für sein gesamtes Leben zu tragen, auch wenn mal nicht alles rund läuft!

Warum greifen wir dieses Thema auf?

Hier einige Beispiele:

Bertha
Vor etlichen Jahren vermittelt, Herrchen und Frauchen beide kurz hintereinander gestorben. Wahnsinnig traurig. Aber niemand fühlt sich verantwortlich in der Familie!?

Gemma
Sie war unser Problemkind- in der passenden Pflegestelle hat sie sich absolut positiv entwickelt. Sie wurde an Rassekenner vermittelt. Gemma erlitt einen Flashback, da sie von einem fremden Rüden penetriert wurde (warum konnte das passieren??). Zack- auch sie wurde entsorgt. Nach 10 Minuten!! in ihrer Pflegestelle war sie wieder die schmusige und lustige Bulldogge.

Jax
Wurde als Welpe vermittelt. Frauchen und Herrchen haben sich getrennt. Frauchen muss ins Krankenhaus und jemand muss ihn SOFORT abholen, da Herrchen sich nicht mehr kümmert.

Bagira
Kommt zurück, weil er von Anfang an Durchfall hat und dementsprechend nicht stubenrein wird.

Honey
Kam nach drei Tagen zurück, da man uns belogen hatte und Frauchen psychisch so instabil war, dass sie den Hund als Trostpflaster ausprobieren wollte (O-Ton). Überraschung - hat nicht funktioniert!

Merci
Nach wenigen Tagen im neuen zu Hause sollte sie wieder kommen, da man mit der Verantwortung nicht umgehen kann. Nun hat man es aber familienintern geklärt. Mal sehen wie lange.

Und nein, hier handelt es sich nicht um Geschichten von Monaten! Sondern um wenige Wochen!
So ziemlich jeder Tierschutzverein kennt das leider. Wir lieben unsere ehrenamtliche Arbeit und sind mit ganzem Herzen dabei. Aber häufen sich die Abgabegründe, so wie in den letzten Wochen dann macht es uns traurig, oftmals fassungslos und wütend.

Es kann immer einen Grund geben, warum ein Hund wieder gehen muss, dafür haben wie dann auch vollstes Verständnis. Aber sind wir doch mal ehrlich, die meisten Abgaben wären vermeidbar, wenn man ehrlich gewesen wäre, sich an gewisse Regeln hält, uns bei den Telefonaten zuhört und sich gegebenenfalls Hilfe holt, sich mit seinem Hund beschäftigt, bereit ist mit ihm den Weg zu gehen und nicht sofort die Flinte ins Korn wirft.

Aber das scheint immer weniger möglich zu sein in unserer Wegwerfgesellschaft. Ein Hund ist scheinbar häufig kein lebenslanger Begleiter mehr, sondern (so zumindest unser Eindruck), nur noch Mittel zum Zweck. Gefällt nicht mehr? Dann weg damit!
Da fragen wir uns wirklich, warum haben wir einen ausführlichen Fragebogen, mehrere und sehr ausführliche Telefonate, Vorkontrollen und einen Schutzvertrag (den die meisten ja nicht mal lesen müssen, da sie den geliebten Hund ja niiiieee mehr abgeben!!!)?

Mit diesem Beitrag wollen wir niemanden angreifen, denn wir haben zum Glück sehr viele tolle und verantwortungsbewusste Adoptanten, aber wir wollen zum Nachdenken anregen!

Hunde sind fühlende Wesen, sie leiden wie wir, sie sind traurig wie wir, sie fühlen Glück und Schmerz wie wir….warum tut man ihnen das an???

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