Tierschutzverein Pfotenhilfe Sauerland

Bild von Manu Nitkawhi (64354 Reinheim - von ihrem Mann entworfen und darf für Tierschutzzwecke verwendet werden.)

 

Panik- / Sicherheitsgeschirre

 

Oft fühlen sich Hundehalter sicher, nur weil ihr Hund ein Geschirr trägt. Diese Sicherheit ist sehr trügerisch, denn in Paniksituationen zieht der Hund vom Hundehalter weg,  streckt dann die Vorderbeine und ist schon aus einem Geschirr raus. 

Auch Halsbänder halten nur bedingt in Paniksituationen, sie sind schnell über den Kopf abgestreift.

Bei Sicherheitsgeschirre gibt es  einen zusätzlichen Gurt in der "Taille" des Hundes (siehe Bild).  Vom Sitz her muss der Gurt hinter dem letzten Rippenbogen sitzen., also an der schmalsten Stelle des Brustumfanges beim Hunde. Da der Umfang des Brustkorbs größer ist als dieser zweite Gurt, kann das Geschirr nicht durch Strecken der Vorderläufe ausgezogen werden. In Stressituationen kann es auch passieren, das einem die Leine aus der Hand gleitet, daher ich eine Sicherung am Körper des Menschen ( Bauchgut auf dem Bild) ebenfalls wichtig. 

Anleitung zum selber Nähen des Sicherheitsgeschirrs

 

http://www.pfotenprunk.de/blog/anleitung-fuer-ein-sicherheitsgeschirr/ 


 

 

Text von Anna Langhammer vom 10.4.2018 auf facebook veröffentlicht zum Tot von CHILI  vermittelt über ProDogRomania - Hilfsprojekt

 

Wir sind fassungslos, traurig, sauer, enttäuscht und am Ende mit unserem Latein.
Wir telefonieren Stunden.
Wir schreiben diverse Emails.
Wir haben Infoschreiben, die zur Kenntnisnahme unterzeichnet werden müssen.
Wir haben einen Schutzvertrag, der sehr genau sagt, dass die Hunde 4-6 Wochen angeleint mit Sicherheitsgeschirr zu führen sind.
Wir erinnern extra nochmal im Transportchat an all die Dinge, die vorher besprochen wurden.
Wir laden an gesicherten Haltepunkten aus, wo direkt Sicherheitsgeschirre passgenau verkauft werden.
Wir laden extra nur in sichere Hundeboxen um. 
Wir sagen 400mal, dass die Hunde nicht unangeleint in den Garten gelassen werden dürfen in der ersten Zeit und dass man mit einem neuen Rumi nicht einfach die Haustür aufreißen kann, wie man lustig ist.
Wir erwarten nicht, dass unsere Hunde 24 Stunden am Tag verwöhnt und bespaßt werden, dass jeder das 200€ Hundesofa Zuhause stehen hat und die Hunde das teuerste Futter bekommen, was es auf diesem Planenten zu kaufen wird.

Was wir einfach nur erwarten ist, dass man dem, was wir gebetsmühlenartig sagen, einfach Glauben schenkt.
Wir können die Sätze "Ja, wir haben schon immer Hunde gehabt." "Ja, das ist nicht mein erster Hund aus dem Ausland..." "Ja, ich war schon 24 mal Pflegestelle und weiß was ich mache..." nicht mehr hören!!

Es ist uns völlig egal, wie viele Seminare und Varianten an §11 man in der Tasche hat. Niemand (!!!!) kann planmäßig das Verhalten eines Hundes voraussagen, gerade wenn der Hund frisch aus dem Ausland hier angekommen ist. Niemand. Und wer das behauptet, beweist sehr eindrücklich, dass er rein gar keine Ahnung und vor allem keinen Funken Verantwortung besitzt.

Hundemädchen CHILI wurde überfahren. Sie ist tot. Sie war gerade mal 3 Wochen hier in Deutschland. Und sie ist tot, weil man sie ohne Leine laufen ließ. Abgeleint, keinen Gedanken daran verschwendet, was alles passieren könnte.

Wir möchten hier keineswegs jemanden fertig machen oder drauflostrampeln. Es geht uns vielmehr darum, dass man langsam kapiert, was passiert, wenn man unsere Ratschläge, Ansagen und Infos einfach übergeht...
Wenn man unsere Warnungen und Regeln missachtet...

Wir machen das hier nicht zum Spaß!
Wir machen das hier, damit es den Hunden besser geht. Damit sie eine bessere Zukunft haben und nicht, damit sie überfahren werden!!

Jeder, der eine Verantwortung für ein Lebewesen übernimmt, hat verdammt nochmal dafür zu sorgen, dass so etwas nicht passiert. Weil das sind vermeidbare Fehler. Unnötige Fehler. Fehler, die nicht wieder gut zu machen sind. 
Fehler, die mit einem Leben bezahlt werden.

Ich habe gerade lange mit der Vermittlerin gesprochen, die CHILI vermittelt hat. Es trifft uns alle, aber sie ganz besonders. Wir haben uns gefragt, was wir besser machen können, damit so etwas nicht passiert. Wo wir noch mehr aufklären und warnen müssen. Wo wir noch mehr Sensibilität erzielen können.... 
Aber es ist nun mal so, dass die wir aktive Verantwortung abgeben, wenn wir den Hund am Haltepunkt den neuen Besitzern übergeben. Wir vertrauen darauf, dass man sich gut um das Tier kümmert, dass man sorgsam und liebevoll ist. Kontrollieren können wir ab da an nicht mehr alles. Wollen wir auch gar nicht, denn wir haben diese Familie ja sorgsam ausgesucht. Aber nichtsdestotrotz haut es einen immer und immer wieder um, wenn man dann Bilder bekommt, wo der Hund unangeleint nach 2 Wochen durch die Walachei marschiert. Und wenn man dann direkt den Alarmanruf macht, wird man teilweise sogar noch belächelt. "Ich kenne doch meinen Hund..." "Das was nur ganz kurz zur Probe..." "Ach, der ist so entspannt...."
In solchen Momenten möchte ich gerne den Hörer an die Wand schmeißen und eine Runde heulen.

Wir sind mit unserem Latein am Ende. Es liegt vielleicht gar nicht an uns, sondern einfach an der völligen Selbstüberschätzung, die uns Menschen leider mit in die Wiege gelegt wird.

CHILI es tut uns von Herzen leid, dass dein Leben nur so kurz war. Dass du so von uns gehen musstest.
Wir haben das so nicht gewollt und wollten nur das Beste für dich.
Es tut uns so unfassbar leid, dass wir unser Versprechen nicht einhalten könnten.
Bitte finde deinen Frieden, du hast es so verdient... 💔