Tierschutzverein Pfotenhilfe Sauerland

 

Das sollten Sie über die Mittelmeerkrankheiten wissen

 

In Europa existieren verschiedene Krankheiten (bei uns wird häufig der Begriff Mittelmeerkrankheiten verwendet), die

mittlerweile nicht mehr nur im Mittelmeerraum, sondern auch in weiteren Teilen Europas vorkommen können.

Überträger dieser Krankheiten sind Zecken, Stech- und Sandmücken, die inzwischen teilweise auch in Deutschland zu

finden sind.

Wir beziehen uns mit den folgenden Informationen hauptsächlich auf die Situation in Ungarn.

Krankheiten wie Babesiose und Anaplasmose kommen in Ungarn nicht selten vor, werden aber meist schon vor Ort

erkannt und behandelt. Auch Borreliose, Ehrlichiose und Dirofilaria repens können vorkommen. Die wohl bekannteste

Krankheit, die Leishmaniose, existiert in Ungarn zum Glück aber nicht

 

 

Wir machen KEINE MMK test vor Ort, wegen einer Inkubationszeit

empfehlen wir allen Hundebesitzern, nach Einreise des Hundes, beim Tierarzt eine entsprechende Blutuntersuchung

in Auftrag zu geben. Bei Welpen warten Sie bitte, bis der Hund 1 Jahr alt ist,meistens bekommt man hier ungültige Ergebnisse.

 

Um aufzuklären, aber auch um etwas Angst zu nehmen, möchten wir nun folgend die wichtigsten Erkrankungen kurz

beschreiben, Sie können uns aber jederzeit noch einmal ansprechen.

 

Wir bedanken uns herzlich für die

Genehmigung, Auszüge veröffentlichen zu dürfen von CANI F.A.I.R .

 

 

Babesiose:

 

Babesiosen sind weltweit vorkommende Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden. Die Dermacentor-Zecke

wird seit dem Jahr 2004 auch in Deutschland gefunden.

Die Inkubationszeit beträgt 5 – 28 Tage.

Symptome:

Die Krankheit setzt stets mit Fieber (bis 42°C) ein. Es folgen Mattigkeit, Appetitlosigkeit, rascher Konditions- und Gewichtsverlust,

Anämie und Ikterus (Gelbsucht). Die Milz ist enorm vergrößert, in geringem Ausmaß auch die Leber. Eine

Leberdegeneration ist immer vorhanden.

Chronisch kranke Tiere sind apathisch, schwach, abgemagert, mit vielfach nur vorübergehend ansteigender Temperatur;

der Ikterus ist wenig ausgeprägt, die Anämie deutlich.

Übertragung:

Die Übertragung in Ungarn erfolgt durch die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus).

Zur Vorbeugung können Hunde zur Zeit nur mit Advantix behandelt werden. (Achtung: Advantix muss an 4 verschiedenen

Stellen des Hundekörpers aufgetragen werden)

Diagnose:

Die Diagnose geschieht mittels Bluttest.

Therapie:

Die Therapiemöglichkeiten besprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt, der sich mit Reisekrankheiten auskennen sollte. Bei

Fragen stehen wir gerne mit weiteren Kontakten zur Verfügung.

 

 

Anaplasmose:

 

Die Anaplasmose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird.

Die Inkubationszeit beträgt 2-20 Tage.

Anaplasmen befallen die weißen Blutkörperchen (Granulozyten) und schädigen das Immunsystem.

Symptome:

Manchmal zeigen sich keine Symptome, wenn Symptome auftreten, sind das z.B. Fieber, Schwäche, allg. Blutungsneigung

(Nasenbluten, Hämatome im Bauchbereich), Gelenkbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen.

Übertragung:

Die Anaplasmen werden durch Zecken übertragen, den Holzbock (Ixodes ricinus)

Diagnose:

Die Diagnose wird durch einen Bluttest gestellt.

Therapie:

Die Anaplasmose kann mit einer längeren Antibiotikatherapie behandelt werden. Bitte sprechen Sie Ihren Tierarzt an.

 

 

Ehrlichiose:

 

 

Die Ehrlichiose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird.

Die Inkubationszeit beträgt 2-20 Tage.

Ehrlichien befallen die weißen Blutkörperchen (Monozyten) und schädigen das Immunsystem.

Symptome:

Manchmal zeigen sich keine Symptome, wenn Symptome auftreten, sind das z.B. Fieber, Schwäche, allg. Blutungsneigung

(Nasenbluten, Hämatome im Bauchbereich), Gelenkbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen.

Übertragung:

Die Ehrlichien werden durch Zecken übertragen, die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Diagnose:

Die Diagnose wird durch einen Bluttest gestellt.

Therapie:

Die Ehrlichiose kann mit einer längeren Antibiotikatherapie behandelt werden. Bitte sprechen Sie Ihren Tierarzt an.

 

 

Dirofilarien:

 

Es kommen hauptsächlich 2 Filarienarten vor, die Dirofilaria immitis und die Dirofilaria repens.

Dirofilaria immitis:

Dies ist die sogenannte Herzwurmerkrankung, bei der sich die Herzwürmer in Herz- und Lungengefäßen befinden.

Symptome:

Symptome sind Husten, Gewichtsverlust, Atemnot und Schwäche.

Übertragung:

Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken und transplazentar (im Mutterleib).

Diagnose:

Die Bestimmung von Mikrofilarien im Blut mittels Anreicherungs-Verfahren (Knott, Difil-Test) liefert eine recht sichere

Diagnostik vorhandener adulter Parasiten. Die kombinierte Anwendung von Anreicherungs-Verfahren und Herzwurm

Antigen Tests liefert eine Zuverlässigkeit von bis zu 95 %.

Therapie:

Die Behandlung variiert je nach Intensität des Befalls. Wir empfehlen die Absprache mit einem Tierarzt der sich gut mit

dieser Erkrankung auskennt.

 

Dirofilaria repens:

Diese Filarien befallen das Unterhautgewebe, halten sich aber auch zwischen den Organen auf und verursachen die

kutane Dirofilariose.

 

Symptome:

Symptome sind Juckreiz, Papeln, gerötete Stellen (Erytheme), Schuppen, Knoten, Krusten und vermehrte Hornhautbildung.

Übertragung:

Die Übertragung erfolgt durch Stechmücken und transplazentar (im Mutterleib).

Diagnose:Über das Blut

 

Therapie:

Therapie geht über Monate mit dem bekannten Advocate.

Unterstützend sollte man dafür sorgen das der Hund ein gutes Immunsystem vorweisen kann.Einige Unterhautwürmer lassen sich auch bei einem Arzt bei Hautknubbeln rausschneiden.

 

Borreliose:

 

Symptome:

Erste Symptome können lange nach dem Zeckenstich auftreten und sind Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und insbesondere

Gelenksentzündungen, häufig an Vorder- und Hinterläufen, die oft wechseln. Im weiteren Verlauf können

Nerven, Nieren und andere Organe geschädigt werden.

Übertragung:

Die Borreliose wird durch Zecken übertragen, konkret durch den sogenannten Holzbock (ixodes ricinus), der in Deutschland

ebenfalls vorkommt.

Diagnose:

Die Diagnostik erfolgt mittels Bluttest.

 

Therapie:

Die Behandlung einer Infektion erfolgt mit Antibiotika über einen längeren Zeitraum.